Die Freiwillige Feuerwehr Ellerau funkt digital

Zur Fußball Weltmeisterschaft in Deutschland 2006 wurde das Thema Digitalfunk immer stärker für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), also auch die Feuerwehr, zum Gesprächsthema. Es sollte noch ziemlich genau 10 Jahre dauern, bis das Megaprojekt Digitalfunk in der Feuerwehr in Schleswig-Holstein umgesetzt wird.


Für die Bevölkerung ergeben sich mit dem Digitalfunk keine Änderungen, der Notruf 112 bleibt unverändert bestehen.


In diesem Zusammenhang ändert sich "nur" die interne Kommunikation der Feuerwehr über Funk. Neben der Feuerwehr werden auch die Polizei des Bundes und der Länder, Rettungsdienste, Katastrophen- und Zivilschutzbehörden, die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) und die Bundeszollverwaltung umgestellt.
Die wesentlichen Vorteile des Digitalfunks sind die sehr hohe und verlässliche Verfügbarkeit, Abhörsicherheit des Funkverekehrs (ein Abhören per Scanner ist nicht mehr möglich), verbesserte Sprachqualität, Einzel- und Gruppenkommunikation sowie zahlreiche Zusatzdienste, wie beispielsweise Notruf oder GPS-basierte Fahrzeug- und Personenortung.
Seit 2015 bereitet sich die Freiwillige Feuerwehr Ellerau intensiv mit ihrem Funkwart Martin Klingenburg, unterstützt von Torsten Starr auf dieses Thema vor. Vieles musste bedacht werden:
- Ermittlung, wieviele Geräte werden benötigt inkl. der entsprechenden Bestellung
- Einbau der neuen Geräte in die Fahrzeuge
- Teilweise neue Funkrufnamen für die Fahrzeuge
- Änderungen in der Einsatztaktik mit dem Digitalfunk
- Ausbildung der Kameradinnen und Kameraden in den Digitalfunk
- uvm.
Dann ging alles doch schneller als gedacht. Im November 2015 ließen sich Martin Klingenburg und Torsten Starr zu Multiplikatoren im Digitalfunk ausbilden. Es wurde so die Voraussetzung geschaffen, die Ausbildung innerhalb der Wehr durchzuführen. Somit konnte bereits während der Ausbildung schon auf besondere Gegebenheiten der Wehr eingegangen werden. Um zeitnah mit der Ausbildung zu beginnen wurden noch in 2015 die Ausbildungspläne für 2016 geschrieben. Die Ausbildung sollte an 4 Samstagen innerhalb von 5 Wochen stattfinden. Schon in 2015 hatten sich die meisten Kameradinnen und Kameraden für die entsprechenden Ausbildungstage angemeldet.
Nahezu zeitgleich wurden die bestellten Digitalfunkgeräte geliefert. Eine Funktionskontrolle der Geräte inkl. der Zuordnung für die Fahrzeuge wurde zeitnah durchgeführt. In diesem Zusammenhang wurden auch Fachfirmen beauftragt, den Einbau der Digitalfunkgeräte in die Fahrzeuge zu übernehmen.
Ende Januar 2016 wurde mit der Ausbildung der aktiven Kameradinnen und Kameraden der Wehr begonnen. Gestartet wurde mit der Wehrführung, dem Vorstand, dem Führungspersonal sowie den Fachwarten. Es ist der Bereitschaft und dem Bewusstsein der Notwendigkeit aller zu verdanken, dass nahezu alle aktiven Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Ellerau in dem geplanten Zeitraum geschult worden sind.
Im Februar wurde mit dem Einbau der digitalen Funkgeräte in die Fahrzeuge begonnen, gestartet wurde mit dem HLF20 (Funkrufname 89-48-01). Dank des Einsatzes aller Beteiligten konnte das geplante Ziel, am 03.03.2016 das letzte Fahrzeug umgebaut zu haben, erreicht werden. Die Abnahme durch die Digitalfunk-Servicestelle des Kreisfeuerwehrverbandes Segeberg erfolgte am 04.03.2016.
Am 04.03.2016 erfolgte die Meldung des Funkwartes Martin Klingenburg an die Wehrführung:
Alle Fahrzeuge sind mit Digitalfunkgeräten ausgestattet. Die Kameradinnen und Kameraden sind entsprechend geschult. Ab sofort (04.03.2016) stellt die Freiwillige Feuerwehr Ellerau somit final auf Digitalfunk um.
 
Weitere Informationen rund um den Digitalfunk finden Sie unter folgenden Links: 
- Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS)
- Ministerium für Inneres und Bundesangelegenheiten des Landes Schleswig-Holstein Landeszentralstelle für den BOS-Digitalfunk
- Rufnamenplan Florian Segeberg

08.03.2016